Infobrief 8-26
"Gut zu wissen"
BÖRSENBERICHT:
RÜCKKEHR DER SORGEN
BLICKPUNKT:
ETFS MIT FRAGWÜRDIGEN REGELN
Infobriefe
"Gut zu wissen"
* Archiv
BÖRSENBERICHT: RÜCKKEHR DER SORGEN
Zur Jahresmitte hatten zahlreiche Indizes neue Rekordhöhen erreicht oder sich diesen zumindest angenähert. Nachdem also noch im Juni der Optimismus an den Börsen überwogen hatte, sowohl mit Blick auf den Persischen Golf als auch bei Technologie-Aktien, verschlechterte sich die Stimmung im Juli. US-Präsident Trump erklärte die brüchige Waffenruhe im Krieg gegen den Iran für beendet und befahl neue Luftangriffe. Die Blockade der für die Weltwirtschaft wichtigen Seestraße von Hormus belastete erneut die Märkte. US-Präsident Trump irritierte zudem mit der Ankündigung, Schutzgeld für die Durchfahrt von Schiffen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes zu verlangen: „Wir werden die Meerenge behalten, sie wahrscheinlich betreiben.“..
Gewinnmitnahmen bei Technologie-Aktien
Die Aufmerksamkeit an den von Technologie-Aktien geprägten US-Aktienbörsen galt allerdings mehr den Geschäftsergebnissen der Tech-Konzerne. Nachdem im Juni der SpaceX-Börsengang gelungen war, folgten mehrere Wellen von Gewinnmitnahmen bei Technologie-Aktien, insbesondere Mikrochip-Herstellern. Der Speicherchiphersteller Micron veröffentlichte zwar sehr gute Geschäftszahlen und dem südkoreanischen Speicherchiphersteller SK Hynix gelang der Börsengang an die Nasdaq. ..
Aufholbewegung an den europäischen Aktienmärkten
Auch die europäischen Aktienmärkte nutzten im Juli die relative Schwäche der zuvor gefeierten Technologie-Aktien für eine Aufholbewegung gegenüber dem US-Aktienmarkt. Der EURO STOXX 50 kletterte auf ein neues Rekordhoch bei 6.431 Zählern und auch der breitere STOXX Europe 600 signalisierte mit neuen Jahreshochs einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend. Allerdings wurde der Kursanstieg von den Sorgen um die Auswirkungen des Krieges der USA gegen den Iran und des steigenden Ölpreises gebremst. Deutsche Aktien profitierten von Reform-beschlüssen der Bundesregierung. Anfang Juli erreichte der Deutsche Aktienindex (DAX) einen neuen Rekordstand bei 25.900 Punkten...
Kursverluste bei US- und Euro-Anleihen
Auch an den Anleihemärkten drehte sich die Stimmung, obwohl die wichtigsten Notenbanken ihre Leitzinsen unverändert ließen. Auf die Kursgewinne im Juni folgten Kursverluste und damit verbunden ein Anstieg der Zinsen. Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit stieg über das bisherige Jahreshoch aus dem Mai auf gut 4,7 Prozent. Auch Euro-Anleihen verzeichneten Kursverluste. So fiel der Euro-Bund-Future, der die Kursentwicklung deutscher Bundesanleihen an den Terminmärkten widerspiegelt, im Verlauf des Julis von 127,6 auf rund 124 Punkte...
IM BLICKPUNKT: ETFS MIT FRAGWÜRDIGEN REGELN
ETFs, also Exchange Traded Funds, haben in den vergangenen Jahren ihren Marktanteil insbesondere bei Aktienfonds stark ausgeweitet. Die beliebtesten ETFs sind solche, die Aktienindizes nachbilden, die in diesen Jahren stark gestiegen sind. Dies sind wiederum Aktienindizes, die einen hohen Anteil US-amerikanischer Technologie-Aktien enthalten, beispielsweise der Nasdaq-100-Index. Unter den globalen Aktienindizes erfreut sich der MSCI World Index großer Beliebtheit. Laut der Deutschen Börse war der MSCI World Index im vergangenen Jahr mit 22,6 Milliarden Euro der Referenzindex mit dem höchsten ETF-Handelsumsatz auf dem Xetra-Handelssystem der Deutschen Börse...
US-Unternehmen prägen MSCI World Index
Mittlerweile machen US-Unternehmen fast 75 Prozent des Index aus. Allein die Magnificent Seven, also Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Tesla und Nvidia, haben ein Gewicht von zusammen über 24 Prozent. Diese Konzentration von US-Technologie-Aktien übertrifft das hohe Gewicht japanischer Technologie-Konzerne im Jahr 1990.
Anders als bei aktiv gemanagten Aktienfonds ist dies aber nicht die bewusste Entscheidung des Fondsmanagements, sondern Folge der Regeln, nach denen Aktienindizes zusammengesetzt werden. Dabei folgt die Gewichtung einzelner Aktien in der Regel ihrem Börsenwert. Stark gestiegene Aktien erhalten also höheres Gewicht. Das ist zwar bei intakten Aufwärtstrends hilfreich, vergrößert aber die Risiken für Anleger, die in ETFs auf diese Aktienindizes investieren.
Kommt es zum Trendbruch, fallen die Kursverluste umso höher aus...
Kritik für Regeländerung der Nasdaq-Börse vor dem SpaceX-Börsengang
Deutlich höher, nämlich rund 1,3 Prozent, beträgt das SpaceX-Gewicht im Nasdaq-100-Index. Denn die Nasdaq-Börse hat im Vorfeld des SpaceX-Börsengangs ihre Regeln geändert und den Zeitraum bis zur Aufnahme im Fast-Entry-Verfahren verkürzt. Bislang mussten sich Aktien zumindest mehrere Monate lang an der Nasdaq handeln lassen, bevor sie in den Index aufgenommen werden konnten. Für SpaceX wurde diese Frist auf nur 15 Handelstage zusammengestrichen..
Verluste für ETF-Anleger und zusätzliche Risiken ..
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