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Frank Finanz: Infobrief 'Gut zu wissen' - Frank Finanz 2025

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Infobrief 6-26
"Gut zu wissen"

BÖRSENBERICHT:
AKTIEN HUI, ANLEIHEN PFUI
BLICKPUNKT:
WARNSIGNALE BEIM US-KONSUM
Infobriefe
"Gut zu wissen"
* Archiv
BÖRSENBERICHT: AKTIEN HUI, ANLEIHEN PFUI
Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs und die Öffnung der Seestraße von Hormus führten zwischenzeitlich mehrfach zu Kursgewinnen an den Aktienmärkten. Von der China-Reise des US-Präsidenten erhofften sich die Märkte Verbesserungen in Fragen der Zollpolitik und des Iran-Kriegs. Entsprechend enttäuscht reagierten die Aktienmärkte schließlich auf den weitestgehend ergebnislosen Gipfel. Die für die Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus blieb faktisch blockiert...
Gemischtes Bild bei den Konjunkturdaten
Die Konjunkturdaten fielen im Mai eher durchwachsen aus. Insgesamt blieb die Stimmung in der Wirtschaft angesichts der gestörten Versorgung aus der Golf-Region erstaunlich gut. Die Einkaufsmanagerindizes, die als Frühindikator für die Konjunkturentwicklung gelten,  verbesserten sich in allen wichtigen Regionen der Welt. Eingetrübt zeigte sich das Bild eher bei den privaten Haushalten, deren Konsumspielraum durch die steigenden Preise eingeschränkt wird...
Rekordjagd in Japan, Südkorea und Taiwan
Auch die japanischen, südkoreanischen und taiwanesischen Aktienmärkte setzten ihre Rekordjagd fort. Der Nikkei-225-Index in Tokio stieg erstmals über 65.000 Punkte, was gegenüber dem Jahresbeginn einen Anstieg von über 30 Prozent bedeutet. Auch an den Börsen von Südkorea und Taiwan waren es vor allem die Aktien der Mikrochip-Hersteller, die für einen Höhenflug sorgten. Die Werte Samsung Electronics und TSMC sind die jeweils höchstgewichteten Werte in den dortigen Aktienindizes...
Kursverluste an den Anleihemärkten
An den Anleihemärkten überwogen anders als an den Aktienmärkten die Kursverluste. Die Folgen des Irankriegs haben die Ängste vor Inflation und möglichen Zinserhöhungen neu entfacht. Die Kurse von Anleihen fielen deutlich. Im Gegenzug stiegen die Renditen der festverzinslichen Wertpapiere auf langjährige Höchststände. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen erreichten mit knapp 3,2 Prozent das höchste Niveau seit 15 Jahren und in den USA stiegen 30-jährige Anleihen wieder über fünf Prozent. Britische Staatsanleihen standen wegen der Regierungskrise besonders unter Druck und rentierten erstmals wieder mit mehr als 5,1 Prozent – der Höchstmarke aus den Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2008...

IM BLICKPUNKT: WARNSIGNALE BEIM US-KONSUM
Einfuhrzölle sind das Druckmittel, das US-Präsident Trump gerne bei jeder Gelegenheit und in alle Richtungen einsetzt. Sogar dann, wenn bestehende Vereinbarungen mit anderen Staaten das eigentlich verbieten. Inzwischen musste die Staatengemeinschaft lernen, dass der Mann, der sich selbst für den größten „Deal-Maker“ hält, sich nicht immer an die eigenen „Deals“ hält...
Trumps Zollpolitik schadet der US-Volkswirtschaft
Dass Trumps Zollpolitik solchen Schrecken verbreitet, liegt an der Größe des US-amerikanischen Absatzmarktes. Beim Sozialprodukt liegen die USA (2024 mit 29,3 Bio. US-Dollar) an der Weltspitze mit deutlichem Vorsprung vor China (18,7 Bio. US-Dollar). Aber die Attraktivität des US-Absatzmarktes sinkt. Der Konsum verliert an Dynamik, Inflation und Zölle belasten die Ausgaben und die Sparquote sinkt. Während die US-Konsumausgaben im Frühjahr 2026 nominal noch gestiegen sind, zeigen sich unter der Oberfläche zunehmend Risse. Die realen, also inflationsbereinigten Umsätze sanken und die Verbraucherstimmung fiel jüngst auf historische Tiefststände...
Sinkende Werte beim Konsumklima
Mit Blick auf die Unterindikatoren des Konsumklima-Index verschlechterten sich die Bewertung der aktuellen Lage und die Erwartungen stärker als zunächst ermittelt. Die Verbraucherstimmung sei den dritten Monat in Folge gesunken, da die Versorgungsengpässe in der Straße von Hormus weiterhin zu einem Anstieg der Benzinpreise führten, so Joanne Hsu, die Leiterin der Umfrage. Die Entwicklung der Lebenshaltungskosten bleibe die wichtigste Sorge der Menschen. Die Inflationserwartungen der Verbraucher stiegen auf hohem Niveau noch etwas weiter. Auf Jahressicht legten sie von 4,7 auf 4,8 Prozent zu. Zunächst war ein Rückgang auf 4,5 Prozent ermittelt worden...
Konsumschwächesignale erhöhen Gefahr von Börsenturbulenzen
Fazit: Die Börsen haben die jüngsten Schwächesignale für den US-Konsum weitgehend ausgeblendet. Sollte sich diese Entwicklung aber fortsetzen, wird die Schwäche des großen US-Binnenmarktes auch an den Börsen Reaktionen auslösen. Und das von Trump gerne geschwungene Schwert der Importzölle würde dann letztendlich an Schärfe verlieren.
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